Rezension: Romeo & Romy ♥♥♥♥♥

Was Liebe kann, wird Liebe immer wagen. – Shakespeare

Keinen Job, keinen Freund, keine Perspektive – das ist die nicht gerade erfreuliche Bilanz, als Romy in ihr winziges Dorf im schönsten Nirgendwo heimkehrt. Als Schauspielerin gescheitert, umgeben von schrulligen Alten, fasst sie einen tollkühnen Plan: Sie wird aus ihrer Scheune ein elisabethanisches Theater bauen. Und Romeo & Julia aufführen. Mit den Alten aus ihrem Dorf. Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Ben, Herzensbrecher und lliebenswerter Dilettant, dessen größter Erfolg ein Waschmittelspot war …

Fazit:

In der Schule war ich nie ein großer Fan von Shakespeare, trotzdem nahm ich dieses Buch mit nach Hause, obwohl es sich ganz offensichtlich um eines seiner größten Werke dreht: Romeo und Julia. Doch ich war gespannt, denn der Klappentext versprach mir einen heiteren Roman. Und so ließ ich mich in die Geschichte fallen, saugte sie mit jeder Seite mehr auf und war mitten im Geschehen. Der tolle Schreibstil des Autors, dessen Name ein echter Zungenbrecher ist, machte mir die Sache leicht. Klare Sätze, keine Stolperfallen und ein gutes Auge für Details.

Auch die Hauptprotagonistin Romy wuchs mir sofort ans Herz. Nach einem geplatzten Traum kehrt sie ins das Dorf zurück, in dem sie aufgewachsen ist. Grund dafür: der Tod ihrer Oma Lene. Doch die ist laut Aussagen des Dorfwirtes nicht auf natürlichem Wege dahin geschieden. Angeblich soll sie sich selbst umgebracht haben. Romy kann es nicht fassen, dass passt so gar nicht zu ihrer lebensfrohen Oma. Und doch fällt ihr in den nächsten Tagen immer mal wieder auf, das sich die Alten des Dorfes sehr waghalsig benehmen – sie stehen auf Straßen herum, putzen Fenster in schwindelerregender Höhe, die eigentlich gar nicht geputzt werden müssen. Die Leberkranke trinkt nur noch Alkohol und die Lungenkranke raucht ohne Ende. Romy wird es zuviel und so geht sie der Sache auf den Grund. Die Herrschaften verhalten sich so, weil es nur noch zwei Plätze auf dem ortseigenen Friedhof gibt – in den Nachbarort will niemand. Einfach unfassbar – es wird darauf hingearbeitet, den Löffel so schnell wie möglich abzugeben.

Romy kann das nicht zulassen, und so kommt ihr die Idee mit dem Theater. Alle sollen mit anpacken, damit es keinen Grund mehr gibt, aus dem Leben zu scheiden. Die Frage ist nur: kann der Plan wirklich funktionieren? In all dem Chaos taucht auch noch ihr Vater auf, der ihre Gefühle mächtig durcheinander bringt. Und dann ist da ja auch noch Ben, der Frischedoktor, wie er von allen genannt wird. Können sie es schaffen, trotz aller Hürden? Und wer wird die letzten beiden Gräber bekommen? Das alles müsst ihr natürlich selbst lesen. Ich habe bei diesem Roman oft gelacht und auch ein paarmal geweint. Klare Leseempfehlung von mir.

 

©Steffi G.

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